Gundula Roßbach

Gundula Roßbach
Direktorin der Deutschen Rentenversicherung Bund

Psyche stützen

Erkrankungen des Bewegungsapparates spielen für die Deutsche Rentenversicherung eine wesentliche Rolle. Funktionsstörungen und Beeinträchtigungen durch muskuloskeletale Erkrankungen sind seit Jahren der häufigste Grund für eine medizinische Rehabilitation durch die Deutsche Rentenversicherung (DRV). Im Jahre 2014 wurden knapp 340.000 medizinische Rehabilitationen mit dieser Indikation durchgeführt. Dazu kamen weitere 2.500 Rehabilitationen von Kindern und Jugendlichen.

Neben medizinischen Rehabilitationen erbrachte die DRV 2014 fast 50 % ihrer Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA) für Menschen mit orthopädischen und rheumatischen Erkrankungen (66.000 von 142.00 Leistungen). Bezüglich der Nachsorgeleistungen erfolgt seit jeher eine enge Kooperation mit der Rheuma-Liga. Auch hier ist die Nutzung der durch die DRV angebotenen Leistungen in dieser Indikation am höchsten.

In den letzten Jahren haben in der orthopädischen und rheumatologischen Rehabilitation verschiedene neue Reha-Konzepte Eingang gefunden. Neben der medizinisch-beruflich orientierten Rehabilitation (MBOR) mit Schwerpunkt auf den Berufsbezug hat auch die verhaltensmedizinisch orientierte Rehabilitation (VMO) an Bedeutung gewonnen. Wir wissen heute, dass bei Erkrankungen des orthopädischen und entzündlich-rheumatischen Formenkreis oft psychische Komorbiditäten den Krankheitsverlauf beeinflussen, die Lebensqualität mindern und die Erwerbsfähigkeit gefährden können. Betroffene mit solchen Konstellationen bedürfen aus Sicht der Rehabilitationsmedizin einer besonderen Aufmerksamkeit und Therapie. Durch diese weitere Spezifizierung der rehabilitativen Angebote wird die Rehabilitation der Deutschen Rentenversicherung von Menschen mit orthopädischen und rheumatischen Erkrankungen zukünftig noch effektiver sowie zielgerichteter und damit erfolgreicher umgesetzt werden können.

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