Professor Dr. med.  Wilfried Mau

Professor Dr. med. Wilfried Mau
Direktor des Instituts für Rehabiliationsmedizin an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Versorgungsforschung gemeinsam mit Patienten

Immer mehr Rheumaerkrankte schaffen es, trotz ihrer Beschwerden im Beruf zu bleiben. Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit und die Zahl der Erwerbsminderungsrenten bei chronisch-entzündlichen Gelenkerkrankungen sind seit 1997 stetig gesunken. Das zeigt eine Studie von Professor Dr. Wilfried Mau, die nicht zuletzt in Kooperation mit Rheumapatienten zustande kam.

Wesentlich für den Fortschritt sind laut Mau auch nicht-medikamentöse Ansätze wie Bewegungstherapien, mentale Trainings zur Schmerzreduktion, psychologische Schulungen und Verhaltenstherapien.

Verändert hätten sich vor allem auch die Empfehlungen der Ärzte in puncto Bewegung, sagt Mau. Heute wisse man, dass gerade der Aufbau der Muskelkraft und -koordination sowie der Herz-Kreislauf-Kondition durch Training sich positiv auf den Krankheitsverlauf auswirke. Früher hingegen habe man den Patienten geraten, sich zu schonen.

Die Patientengruppe mit schwerer rheumatoiden Arthritis hat Wilfried Mau in einer eigenen Studie näher betrachtet. „Wir haben die Behandlungsmöglichkeiten, um die Situation zu verbessern, bei weitem nicht ausgeschöpft.“

Es könne noch viel mehr für diese Patientengruppe erreicht werden, wenn diese früher beim Rheumatologen vorgestellt würden und Zugang zu besseren medizinischen Behandlungen erhielten – auch in Form von Bewegungstherapien, nicht nur ambulant sondern auch in komplexen Reha-Programmen, betonte Mau.

zurück zur Übersicht Experten