Marion Rink
Expertin im Gesundheitswesen

Marion Rink, Jahrgang 1958, lebt in Berlin, Lehrerin für Mathematik und Physik, hauptberufliche Frauenvertreterin in der Berliner Senatsverwaltung, Vizepräsidentin im Bundesverband der Deutschen Rheuma-Liga, Patientenvertreterin im Gemeinsamen Bundesausschuss.

»Unsere wichtigsten Ziele: gute Versorgung, zeitnahe Behandlung und leichter Zugang zu Reha und Pflege.«

Marion Rink ist eine waschechte Berlinerin. Von daher nimmt sie kein Blatt vor den Mund – und kümmert sich auf lokaler Ebene wie in der Bundespolitik sehr direkt und ganz konkret um dringend nötige Verbesserungen im Gesundheitswesen.

Ich bin mit zwei Arthritis-Gehstützen arbeiten gegangen. Ran an die Tafel, die Dinger abgestellt, raus aus den Schlaufen, angeschrieben, rein in die Schlaufen, und wieder zurück zum Lehrertisch. Also ich bin da eher so unbremsbar gewesen.

»Rheumatiker lernen, mit Schmerzen zu leben – wohl oder übel.«

Mir ging es nicht ganz, ganz schlecht, aber mir ging es schlecht! Ich hatte entzündete, geschwollene Gelenke. Nicht umsonst waren die ganz zerfressen. Und als ich dann mal zur Kur kam, habe ich gedacht: Das kann nicht alles sein.

Leider habe ich mit meiner Hausärztin sieben wertvolle Jahre verschludert. Da hatte meine Erkrankung so richtig Zeit, sich in alle Gelenke auszubreiten, weil ich nur minimale Dosen Kortison genommen habe.

Das Ergebnis sieht man hier: Handgelenke operiert, ein künstliches Sprunggelenk, eine versteifte Halswirbelsäule, eine künstliche Bandscheibe. Diese Wegstrecke ist mit vielen, vielen Schmerzen verbunden gewesen.

 

In Berlin bin ich ganz bodenständig bei der Senatsverwaltung in Marzahn-Hellersdorf für die ›kleine Politik‹ zuständig, für die Personalentwicklung. Daneben kümmere mich für die Rheuma-Liga im Bundestag aber gleichzeitig auch um die ›große Politik‹.

»Ich bin im Gemeinsamen Bundesausschuss aktiv.«

Dort werden ja die Dinge ausgestaltet, die nachher drinstehen in den Paragraphen. Ich führe unzählige Gespräche mit Politikern und pflege auch meine Netzwerke im Gesundheitswesen.

Ich bin jemand, für den Arbeit ganz wichtig ist. Deshalb ist das ein Hauptthema, für das ich mich auch in der Rheuma-Liga einsetze: dass chronisch kranke Menschen im Beruf bleiben können. Das ist ganz wichtig für den Selbstwert.

»Rheuma bewegt uns alle. Das kann man wohl sagen!«

Das sind nämlich nicht nur die Schmerzen, die die Betroffenen haben, und die individuellen Einschränkungen. Das sind nicht zuletzt die Auswirkungen auf die Volkswirtschaft, die Rheuma zu einem Thema für uns alle machen.

 

Rheumatische Erkrankungen verursachen enorme Kosten für die Allgemeinheit – nicht nur durch die medizinische Versorgung, sondern auch durch Arbeitsausfälle. Das muss die Finanzminister aufhorchen lassen! 

Die Gesundheitspolitik hat dafür zu sorgen, dass man einen schnellen Arzttermin und kurzfristig die Therapien bekommt, die man benötigt.

»Gerade bei Ausbruch der Erkrankung, in den ersten Wochen und Monaten, ist die richtige Behandlung ganz elementar.«

Dann kann sich entscheiden, ob es zu einem Stillstand kommt oder ob die Gelenke ruiniert werden. Das weiß ich aus schmerzhaftester eigener Erfahrung.

Aber es macht mir nach wie vor Spaß, mich für die gemeinsame Sache zu engagieren. Anderen eine Stimme zu verleihen und sich beharrlich und streitbar für eine bessere Versorgung einzusetzen: Das ist es, was mich antreibt.

Weitere Informationen zum Engagement von Marion Rink unter www.rheuma-liga.de/interessenvertretung

 
Dieter Wiek
Dieter Wiek
Karen Baltruschat
Karen Baltruschat
Josef Röper
Josef Röper